Geschäftsmodellinnovation

Was ist Geschäftsmodellinnovation?

Traditionelle, rein produktorientierte Geschäftsmodelle funktionieren im Zeitalter der Digitalisierung oftmals nicht mehr. Viele bislang erfolgreiche Unternehmen scheitern immer wieder aus dem einfachen Grund, weil sie ihr Geschäftsmodell nicht an die laufenden Veränderungen anpassen. Dabei gibt es mittlerweile diverse neue und digitale Geschäftsmodelle. Die Besonderheit an einem digitalen Geschäftsmodell ist, dass es ein Austausch von einer Leistung und Gegenleistung über digitale Technologien beschreibt.

Die Innovation von einem Geschäftsmodell im Allgemeinen definiert sich durch folgende Aspekte. Einerseits durch eine Änderung des Nutzenversprechens, eine veränderte Inanspruchnahme und andererseits durch eine Anpassung des zugrunde liegenden Geschäftsmodells. Hinsichtlich des Nutzenversprechens können Änderungen die Wahl des Zielsegments, des Produkt- oder Dienstleistungsangebots und des Bezahlmodells betreffen. Eine veränderte Konsumation kann sich auf eine einmalige Inanspruchnahme, ein mögliches Abo-Service oder beispielsweise ein pay-per-use Modell beziehen. Bezüglich des Geschäftsmodells liegt der Schwerpunkt auf den Fragen, wie die Rentabilität, der Wettbewerbsvorteil und die Wertschöpfung durch die Bereitstellung des Nutzenversprechens gesteigert werden können.

Ein aktuelles und viel gefragtes Thema

Da die Digitalisierung durch die Pandemie einen erheblichen Schub bekommen hat, ist auch das Thema der Geschäftsmodellinnovation zunehmend in den Vordergrund gerückt. Aber wenn wir genauer hinschauen, sehen wir, dass uns das Thema schon immer beschäftigt. Im Sinne von Technologie und Digitalisierung sind Google, Microsoft, Amazon und Apple wahrscheinlich die besten Beispiele für Geschäftsmodellinnovationen. Mit dem Aufkommen von Spotify und Podcasts sowie Social Media sind viele neue oder angepasste Geschäftsmodelle entstanden, die in den meisten Fällen digital fokussiert sind. Insbesondere Start ups sind dafür bekannt, Branchen aufzurütteln, zu disruptieren und neue spannende Geschäftsmodelle auszuprobieren und auch zu etablieren. Aber auch immer mehr bereits am Markt bestehende Unternehmen sehen die junge Konkurrenz und werden aktiv: Beispielsweise im Bereich der Shared Economy, wie ShareNow von Mercedes und BMW.

Alle diese Geschäftsmodellinnovationen haben als gemeinsamen Antrieb, dass sie auf die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen antworten. Dies ist der zunehmenden Unbeständigkeit des Marktes und zunehmender Kundensegmente geschuldet. Denn dadurch altern Geschäftsmodelle heutzutage umso schneller – und werden diese neuen potentiellen Möglichkeiten nicht ergriffen, bleiben Unternehmen zurück. Gerade in dynamischen Zeiten wie diesen müssen Unternehmen achtsam sein und proaktiv reagieren. Das hat auch zur Folge, dass „alte“ Geschäftsmodelle langsam aussterben.

Voraussetzungen für Geschäftsmodellinnovationen

Transformation bedeutet nicht einfach, eine neue Technologie einzusetzen oder eine simple Änderung im Geschäft durchzuführen. Vorrangig muss die Führungsebene die Idee einer Geschäftsmodellinnovation annehmen und das Alte loslassen. Sobald ein transformatives Mindset vorhanden ist, muss dieses auf das gesamte Führungsteam und anschließend auf die MitarbeiterInnen übertragen werden. Denn Innovation und das dazugehörige Mindset sollten bestenfalls im gesamten Unternehmen verstanden werden und verankert sein. Wie schon in den Artikeln Frugale Innovation und Innovation ohne Budget beschrieben, benötigen Unternehmen für Innovationen nicht zwingendermaßen ein riesiges Budget. Auch Geschäftsmodellinnovationen benötigen dies nicht zwingend und können zudem oftmals schon schnell und einfacher skaliert werden. Dies zeigen auch die zahlreichen Geschäftsmodellinnovationen in Start-ups, die ebenfalls wenig Budget zur Verfügung hatten und haben.

Wie entsteht eine Geschäftsmodellinnovation?

Aus methodischer Sicht gibt es unzählige Konzepte und Modelle, um eine Business Model Innovation entstehen zu lassen. Hier vorgestellt werden das Business Model Canvas von Alexander Osterwalder und der Business Model Navigator der Universität St. Gallen.

Business Model Navigator der Universität St. Gallen

Hier besteht ein Geschäftsmodell aus 4 Dimensionen. Wenn mindestens zwei Dimensionen aufeinander abgestimmt geändert werden, kann man von einer Geschäftsmodellinnovation sprechen.

1 Der Kunde: (Wer) ist der Zielkunde und was sind seine Bedürfnisse,

2 Das Nutzenversprechen: (Was) ist das Nutzenversprechen und mit welchen Leistungen (Produkten oder Dienstleistungen) bieten wir es an,

3 Die Wertschöpfungskette: (Wie) wird das Nutzenversprechen geliefert bzw. wie wird die Leistung hergestellt,

4 Die Ertragsmechanik: (Warum) ist das Geschäftsmodell profitabel?

Business Model Canvas von Alexander Osterwalder

Hier ist ein Geschäftsmodell in 9 Teilen aufgebaut:

1 Key partners, 2 Key activities, 3 Key resources, 4 Value Proposition, 5 Channels, 6 Customers, 7 Customer Relationships, 8 Costs, 9 Revenue.

Jedes der 9 Teile wird einzeln hinterfragt und alle Gedanken dazu schriftlich festgehalten, sodass am Ende ein harmonisches Geschäftsmodell entsteht. Das geht sowohl digital als auch durch Basteln und mit Post-Its. Die Methode ist äußerst transparent, nachvollziehbar, flexibel und beachtet insbesondere die Kundenerfahrung (customer centric).

Geschäftsmodell und Open Innovation

Häufig ist es so, dass Geschäftsmodelle von der Führungsebene entwickelt oder transformiert werden. Jedoch bieten gerade auch MitarbeiterInnen und Kunden, Partner sowie die Forschung hilfreichen Input. Durch eine Öffnung nach Außen entsteht eine differenzierte Sichtweise auf die Situation, das Problem. Nutzen Sie Ihr bestehendes Netzwerk und entwickeln Sie gemeinsam mit Partnern und Externen neue Geschäftsmodelle. AnyIdea bietet Ihnen alles um Open Innovation, digitale Ideation, Co-Creation und Intrapreneurship zu ermöglichen und unterstützt Sie bei der Findung und Entwicklung neuer Geschäftsmodellinnovationen.

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